Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn bietet den Schülern und Schülerinnen der Q1 verschiedene Projektkurse2020 03 26 Skilehrer5 an. So auch den Projektkurs Sport, der eine Skilehrerausbildung beinhaltet. Dabei handelt es sich um die Qualifikation für die Grundstufe 1, dem ersten offiziellen Skilehrerschein im wsv-/DSV-System. Der Projektkurs hat bereits zum zweiten Mal stattgefunden. Um teilnehmen zu können, müssen die Schüler Vorbereitungstreffen besuchen, bei denen informierende Vorträge über alpines Verhalten, Erste Hilfe auf der Piste, umweltbewusstes Verhalten im Skigebiet etc. gelehrt werden.

Unter anderem besteht die Option an einem Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen, welcher für den Projektkurs verpflichtend und zudem noch gültig für den Führerschein ist. Die üblicherweise anfallenden Gebühren von ca. 1000 Euro für die Ausbildung zur Grundstufe 1 beim wsv/DSV entfallen, da die begleitenden Lehrkräfte Simone und Ralph Bröcker bereits ausgebildete Skilehrer sind, sodass für die Teilnehmer lediglich die Kosten für An-/ und Abfahrt, Kost und Unterkunft, Skipass und ggf. nicht vorhandenes Equipment von ca. 400 Euro anfallen. Mit Bestehen der vier zentralen Prüfungen, die im Verlauf der Woche absolviert werden, wird Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geboten als Skilehrerin bzw. Skilehrer zu unterrichten und das EMA bei zukünftigen Skifahrten als Lehrkraft zu begleiten. So sind in diesem Jahr schon drei 2020 03 26 Skilehrer3ausgebildete Schüler-Skilehrer aus dem letzten Projektkurs bei der EMA-Skifahrt der EF mitgefahren, um das Lehrteam zu unterstützen.

Außerdem ersetzt der Projektkurs eine Facharbeit, jedoch müssen alle Teilnehmer eine Projektarbeit z.B. in Form eines Artikels, einer Präsentation oder eines Films anfertigen und ihre absolvierte Lehrprobe (Unterricht von Skischülern) schriftlich erläutern.

Die einwöchige Ausbildung fand in der Schweiz statt. Wir, elf Schüler/-innen und zwei Lehrer, starteten am Abend des 14.02.2020 vor dem EMA und erreichten unser Ziel Sedrun am nächsten Tag gegen 7.00 Uhr.

Nachdem wir unsere Unterkunft in Beschlag genommen hatten, wurden wir kurz eingewiesen und machten uns umgehend mit dem Zug auf den Weg in das nahe gelegene Skigebiet. Um ca. 10.00 Uhr standen wir schon auf der Piste und nutzten direkt den ersten Tag. Wir fuhren uns erst einmal ein und gewöhnten uns an die örtlichen Begebenheiten. In zwei Skigruppen erkundeten wir das Gebiet und lernten erste Fachbegriffe wie z.B. Talski, Bergski und Falllinie. An allen 2020 03 26 Skilehrer2folgenden Tagen standen wir spätestens um 9.00 Uhr auf der Piste parat. Nach selbstorganisierten, 15-minütigen Aufwärmübungen in Kleingruppen, erkundeten wir bei Sonne, Wind und Wetter, frei nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, Pisten aller Schwierigkeitsstufen im Skigebiet von Andermatt und Dieni. Glücklicherweise spielte das Wetter mit und bescherte uns überwiegend Sonne, besten Pulverschnee und gute Sicht.

Zentraler Bestandteil unserer Ausbildung war die didaktisch vorgegebene Herangehensweise zur Instruktion von Skianfängern auf der Piste. Dazu schlüpften wir in die Rolle von Anfängern und versuchten deren Lernschritte durch Imitieren nachzuvollziehen. Dabei besprachen wir typische Fehlerbilder und suchten nach Methoden diese zu korrigieren. Wenn nötig, wandelten wir einzelne Übungen so ab, dass sie individuell angepasst und auf eine Verbesserung der Fahrtechnik ausgelegt waren. So kann man zum Beispiel das Fahren mit starker Rücklage durch einbeiniges Skifahren auf dem Talski bei zeitgleicher Belastung der Skispitze vermindern. Während der Woche wurde uns ein großes Spektrum an Übungen und Lehrmethoden gezeigt, die wir später auch in unsere Lehrproben integrieren konnten. Wir starteten mit Gleit- und Bremserfahrungen und steigerten über einfache Driftkurven über Parallelschwünge bis hin zum Stockeinsatz bei 2020 03 26 Skilehrer8Kurzschwüngen. So konnten wir alles, was wir schon einmal gelernt hatten, wiederholen und vertiefen. Außerdem wurde jede Übung von uns nach Sinn und Zweck geprüft und reflektiert.

Eine besondere Erfahrung stellte die Simulation einer Erste-Hilfe-Leistung auf der Skipiste sowie das Abschleppen erschöpfter und/oder ängstlicher Skischüler vom Berg dar.

Mit viel Freude und Teamgeist wuchsen wir als Gruppe schnell zusammen, was uns in allen Situationen stets motiviert hat. Abends veranstalteten wir Spieleabende, unterhielten uns bei einer Tasse Tee und unterstützen uns gegenseitig bei der Vorbereitung unserer Lehrproben. Auch auf der Piste gaben wir uns Tipps und halfen einander. Durch individuelles Feedback unserer Lehrer und Mitschüler konnten wir uns alle steigern und unseren Fahrstil verbessern. Die neu erworbenen Kenntnisse vertieften wir in Kleingruppen unter Aufsicht einer Begleitperson.

Wir alle haben die Skifahrt in positiver Erinnerung und waren traurig, wieder nach Bonn zurückkehren zu müssen. Obwohl wir zuvor nicht viel miteinander zu tun hatten, haben wir uns sehr gut miteinander verstanden. Wir haben sogar schon unsere nächste Skifahrt geplant und zusammen Karneval gefeiert.

Langfristig hoffen wir, dass wir das EMA bei zukünftigen Skifahrten als Skilehrerinnen und Skilehrer unterstützen können – wir freuen uns darauf!

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Text: Lili Reif, Julia Wallny

 Bilder: Ralph Bröcker, Kursteilnehmer

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