20190322_143418.jpgWie kann Moneypenny den Lageplan von Fort Knox durch Goldfingers Boten an Bond schicken, ohne dass Goldfinger ihn bekommt? Kann es Q gelingen, Bond eine "Geheimsprache" beizubringen, während Dr. No zuhört, und ihm dann das Geheimversteck der CIA mitzuteilen, ohne das Dr. No es erfährt?

Diese und weitere Fragen galt es im Rahmen einer Exkursion der EF-Informatikkurse zum b-it (Bonn-Aachen International Center for Information Technology) von den insgesamt 33 Schülerinnen und Schülern zu klären. Nach dem Umzug im letzten Jahr und nun in unmittelbarer Nähe des EMAs gelegen, bot das neue Gebäude des b-it den möglichen Raum und die Ausstattung für eine umfassende Einführung in die Geheimnisse der Kryptographie. Dabei erläuterte Herr Dr. Felix Boes, tatkräftig unterstützt durch viele studentische Helferinnen und Helfer, zunächst die historische Entwicklung der Verschlüsselungstechnik. Angefangen von einfachen monoalphabetischen Verfahren (z.B. Ceasar-Verschlüsselung), über Verfahren des letzten Jahrhunderts, wie sie beispielsweise in der während des zweiten Weltkriegs verwendeten Enigma-Schlüsselmaschine eingesetzt und schließlich mithilfe der Turing-Maschine geknackt wurden, führte die Einführung bis hin zu modernen symmetrischen (Advanced Encryption Standard - AES) und asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren (RSA, nach den Erfindern Rivest, Shamir & Adleman). Dabei wurde allen auch die Allgegenwärtigkeit von Verschlüsselungstechnik im Zahlungsverkehr, beim Einkauf im Internet, bei Handy-Telefonaten, Pay-TV etc. bewusst.

Schließlich galt es für die Schülerinnen und Schüler nun jedoch selbsttätig herauszufinden, wie James Bond "das Geheimnis Ihrer Majestät" bewahren kann. Dabei konnten sie ihre neuen Kenntnisse selbst am Computer umsetzen und ausprobieren, untereinander geheime Botschaften austauschen, ohne dass Dritte den Inhalte herausbekommen konnten und sich so ein umfassendes Bild der Funktionsweise einer modernen RSA-Verschlüsselung machen.

Im Abschlussvortrag konnten die Zuhörer dem Dozenten der Uni Bonn live mitverfolgen, wie einfach das Abfangen einer E-Mail oder das Knacken von Passwörtern sein kann, wenn nicht die notwendige Verschlüsselung angewandt wird bzw. ausreichend sichere Passwörter verwendet werden. Diese unter dem Titel „Live-Hacking“ stehende Vorführung machte allen Beteiligten nochmals eindrucksvoll bewusst wie wichtig Verschlüsselungstechnik in der digitalen Welt heute ist. Somit war die Schülerkrypto auch 2019 wieder eine gelungene Abwechslung zum Schulalltag, die nach Möglichkeit auch im nächsten Jahr für die EF-Kurse wieder auf dem Programm stehen soll.

(Dr. Thomas Bell)

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Foto: b-it (Gruppenfoto)


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