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Am Montagmorgen, den 29. April 2019, pünktlich um 8h verwandelten zwei Schülerteams aus unseren beiden EF- Kurse Geo1 und 2 die Mensa des EMA in einen Veranstaltungsraum, indem sie ca. 607040793600544488462 IMG 5583 Stühle in einem Halbkreis anordneten, dazu eine Leinwand mit Beamer, Mikrofon aufgestellten. Dann begann die Diskussionsveranstaltung zum Thema ‚Bonn und erneuerbare Energien‘, die wir im Vorfeld selbst konzipiert und geplant hatten.

Erneuerbare Energien sollen in Zukunft fossile Energien ersetzen. Sie sind nahezu unendlich verfügbar bzw. erneuern sich in vergleichsweiser kurzer Zeit und gelten als umweltfreundlich. In den vergangenen Wochen haben sich unsere EF- Kurse Geo1 und Geo2 (Osterloh) im Geographieunterricht mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt und über Möglichkeiten, Chancen und Risiken konventioneller und regenerativer Energien diskutiert.

 7395959241102987690 IMG 5575Am Montagmorgen hatten wir die Experten, Frau Funk vom Amt für Umwelt Bonn und Herrn Stadtmann von Greenpeace, zu unserem Thema „erneuerbare und fossile Energien“, insbesondere bezogen auf die Stadt Bonn, ins EMA eingeladen. Nach einer kurzen PowerPoint-Präsentation von Frau Funk stellten sie sich in den kommenden 90 Minuten unseren Fragen. Die Diskussionsrunde wurde von zwei Schülern der Kurse, Laila Awaragi und Hagen Steinmetz, moderiert.

Neben den vorhandenen Bezugsquellen und den heutigen Möglichkeiten der Speicherung erneuerbarer Energien in der Stadt Bonn ging es uns u.a. um die Frage, ob und wie der weitere Ausbau der Nutzung dieser Energiequellen möglich ist. Es hat uns überrascht, dass der Anteil erneuerbarer Energien in Bonn noch sehr gering ist, nur um die 10%. Nicht zum Einsatz kommt z.Zt. die Windenergie, da diese aus topographischen Gründen nicht sinnvoll ist. Hingegen hat die Solarenergie für Bonn, aber nicht nur hier, das größte Potential. Die Stadt Bonn hat eine Energiekatasterkarte für sämtliche Häuser entwickelt, um die Bürger in ihren Überlegungen zu unterstützen, durch Fotovoltaikanlagen auf den Dächern Energie einzusparen und so auch die Stadt Bonn in der Erreichung der Klimaziele zu unterstützen. Frau Funk verheimlichte aber nicht, dass es momentan noch schwierig sei, sich durch den „Förderdschungel“ durchzuarbeiten und vieles noch vereinfacht werden müsse. Auch stellt die Speicherung bei der effizienten Nutzung von regenerativen Energiequellen ein Problem dar. Auf unsere Frage nach möglichen negativen Auswirkungen der erneuerbaren Energien auf die Umwelt wurde uns verdeutlicht, dass diese die Umwelt bei weitem nicht so belasten wie fossile Energien, z.B. Kohle oder Erdöl, obwohl auch hier zunächst Ressourcen - wie z.B. für den Bau von Kraftwerken für Windräder oder Photovoltaikanlagen- genutzt werden müssen. Eine erkennbare Veränderung hin zum Einsatz erneuerbarer Energien sahen Frau Funk und Herr Stadtmann konkret in der verstärkten Nutzung von beispielsweise Elektrofahrzeugen, Windrädern und Photovoltaikanlagen. Eine längere Diskussion entwickelte sich dann um Sinn oder Unsinn bei der Nutzung von Elektrorollern, die auch in Bonn als eine weitere Möglichkeit- in Verbindung mit dem öffentlichen Personennahverkehr -entwickelt wird, um mehr Menschen weg vom Auto zu locken, da Autos für die größte Umweltbelastung in Bonn sorgen: sei es durch zu viel Verbrauch von Parkraum oder durch viel zu hohe Feinstaubbelastung.

277952283456147843 IMG 5580Größere Projekte und Maßnahmen durchzuführen, sei sehr schwierig, weil finanzielle Ressourcen fehlen, da die Stadt wirtschaftlich in einer schwierigen Lage sei und das Umweltamt sich um verschiedene Geldfördertöpfe bemühe. Interessant fanden wir die Rückmeldung zu unserer Frage, wie die Wirtschaft auf Maßnahmen reagiert, eine Energiewende einzuleiten bzw. zu forcieren. Doch plant das Umweltamt gerade eine neue Werbekampagne, die in den kommenden Wochen Bürger*innen auf verschiedene Umweltaspekte in Bonn aufmerksam machen will und was man tun kann. Es ist wohl sicherlich weiterhin eine wichtige Aufgabe von Politik und Gesellschaft, darauf hinzuwirken, dass die Wirtschaft nicht nur kurzfristige Gewinnmaximierung, sondern die langfristige Sicherung unserer Umwelt als wichtigste Aufgabe ansieht.

Wir fanden es sehr gut, dass wir uns nicht nur im Unterricht mit dem Thema “Fossile und regenerative Energien“ beschäftigt haben, sondern Fragen „aus erster Hand“ durch Frau Funk und Herrn Stadtmann beantwortet bekommen haben. Und wir als Organisationsteam haben viel praktisch dazu gelernt über das, was alles dazu gehört, um solch eine Diskussionsrunde vorzubereiten und durchzuführen: inhaltliche Recherche, Recherche nach möglichen Referenten und Umgang mit Absagen, Überwindung organisatorischer Hindernisse, Ausarbeiten von Fragen bis hin zum Schreiben dieses Artikels und den zu machenden Fotos.

Sonja Weiss und Maj Bader

(beide EF)


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