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Aus der Geschichte des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums der Stadt Bonn

 

I. Von der Höheren Bürgerschule zum Gymnasium und Realgymnasium (1882-1923)

Die Geschichte des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (EMA) ist geprägt durch eine lange, wechselvolle Entwicklung.

Die Schule wurde Ostern 1882 von der Stadt Bonn als sechsklassige Höhere Bürgerschule für Jungen eingerichtet. Dabei handelte es sich weniger um eine Neugründung als um die Übernahme einer bereits 41 Jahre alten Privatschule: der „Kortegarn’schen Realschule“ (seit 1863; 1841 als „Kaufmännische Erziehungsanstalt“ gegründet). Diese galt Anfang der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts hauptsächlich als Internatsschule für Ausländerkinder, wurde aber nach Umwandlung in eine Realschule I. Ordnung im Jahre 1863 zunehmend von Bonner Schülern und solchen aus der näheren Umgebung besucht. Die neue Bürgerschule war eine „lateinlose“ Schule, die auf technische, gewerbliche und kaufmännische Berufe vorbereiten und damit der allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung tragen sollte. Von Beginn an war ihr eine sogenannte „Vorschule“ als Zubringerschule angegliedert. Schon zwei Jahre später wurde aber Latein als Pflichtfach ab Sexta (Klasse 5) eingeführt, da in der kommerziell und industriell wenig entwickelten Universitätsstadt Bonn für eine weiterführende Schule ohne Latein doch noch kein nachhaltiger Bedarf bestand. So wandelte sich 1885 die Höhere Bürgerschule in ein sogenanntes „Realprogymnasium“.

Da die neue Schule unerwartet starken Zulauf fand, reichte das alte Kortegarn’sche Schulhaus an der heutigen Adenauerallee nicht mehr aus. Die Stadt Bonn als Schulträger baute ein dreigeschossiges Schulgebäude an der Doetschstraße, westlich des heutigen Opernhauses, das 1887 bezogen und einige Jahre später durch einen viergeschossigen Anbau um 16 Klassenräume, eine Turnhalle und eine Aula erweitert wurde. Im Oktober 1944 zerstörten amerikanische Brandbomben den gesamten Schulkomplex.

Dank der günstigen Entwicklung des Realprogymnasiums erstrebten Schulleiter Dr. Hoelscher und die Stadt Bonn den Ausbau zum Vollgymnasium. 1892 genehmigte das preußische Kultusministerium nur für die Unter- und Mittelstufe einen gymnasialen (humanistischen) und realgymnasialen Zweig. Der sich bald als zwingend notwendig erweisende Ausbau zu einem anerkannten Vollgymnasium erfolgte drei Jahre später; ab 1898 führte die Schule den Namen „Städtisches Gymnasium mit Oberrealschule“. 1902 wurde daraus das „Städtische Gymnasium und Realgymnasium“, kurz „Städtisches Gymnasium“ genannt, dessen Ausbau bis 1905 vollendet war. Damit war eine Schule geschaffen, welche die beiden Schultypen, die damals ebenso wie die Oberrealschule in Preußen mit voller Hochschulreife abschlossen, in sich vereinigte.

1906 ging dann eine, allerdings diesmal selbstständige, Realschule aus dem Gymnasium hervor. Die Genehmigung dafür war mit der Auflage verbunden, dass die ersten Klassen dem Städtischen Gymnasium angeschlossen würden und der Schulträger in drei Jahren ein eigenes Gebäude bereitstellen solle, was dann 1909 an der Brückenstraße, heute Berliner Freiheit, geschah. 1919 wurde dieser Schultyp zur 9-jährigen „Städtischen Oberrealschule“ umgewandelt; das erste Abitur fand 1922 statt.

Als der Begründer und verdienstvolle Leiter der ersten städtischen höheren Schule Dr. Otto Hoelscher 1906 starb, hinterließ er eine Schule, die sich auf Grund ihrer Entwicklung in Bonn wachsender Beliebtheit erfreute. Sein Amtsnachfolger Dr. Emil Niepmann, ein Altphilologe, der wegweisende Werke zur lateinischen Sprache und zur Antike veröffentlichte, führte die Schule vom Kaiserreich in die Weimarer Republik. In seiner Amtszeit bewegte sich die Schülerzahl zwischen 800 und 850; durchschnittlich 35 Schüler legten die Abiturprüfung ab. Dr. Niepmann setzte sich für eine intensive Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität, vor allem im Bereich der Sprachwissenschaft, ein. Er legte größten Wert auf „Disziplin und Ordnung“. Neben dem Gymnasialen Ruderclub (GRC/1906) entstanden eine Reihe von Schülervereinen. Eine Schülermitverwaltung kam nach 1918 über Ansätze nicht hinaus.

Der Erste Weltkrieg verursachte einen tiefen Einschnitt in das schulische Leben. 19 fest angestellte Lehrer wurden bereits zu Kriegsbeginn eingezogen, andere folgten später. Oft nur mangelhaft ausgebildete Hilfskräfte konnten sie nur notdürftig ersetzen. 46 Schüler und 9 Lehrer fielen während des Krieges. Im März 1923 wurde Dr. Niepmann, der streng gegen sich selbst und seine Mitarbeiter war, von der französischen Besatzungsmacht aus dem Rheinland ausgewiesen und ein Jahr später pensioniert.


II. Reformen: Realgymnasium mit zwei Zweigen (1923-1933)

Die politischen Verhältnisse hatten sich geändert und mit ihnen auch die Anforderungen an schulische Bildung. Das „Städtische Gymnasium und Realgymnasium“ wurde 1923 in ein „Städtisches Reformgymnasium und Realgymnasium“ mit Französisch statt Latein ab Sexta in beiden Zweigen umgewandelt; drei Jahre später allerdings erfolgte auf Antrag des Lehrerkollegiums eine erneute Änderung: es entstand das „Städtische Realgymnasium“ mit zwei Zweigen: in dem einen wurde Latein ab Sexta, in dem anderen Latein ab Untertertia (Klasse 8) unterrichtet. Gleichzeitig wurde das „Reformrealgymnasium“ der „Städtischen Oberrealschule“ angegliedert. Damit hatte das klassische humanistische Gymnasium aufgehört zu bestehen.

Diese Veränderung fiel schon in die Amtszeit des von der Hindenburgschule in Aachen kommenden Dr. Karl Schümmer, Neuphilologe und Germanist, der die Leitung des „Städtischen Realgymnasiums“ 1925 im Alter von 39 Jahren übernahm. Er stellte sich mit seinem Lehrerkollegium der Aufgabe, die mit der großen Neuordnung des höheren Schulwesens in Preußen 1924/25 – der Richert’schen Bildungsidee folgend – zusammenhängenden Neuerungen für den Unterricht in den neuen Sprachen in stofflicher und methodischer Hinsicht zu erproben, geistig auszubauen (1926-28) und in einem mehrbändigen Werk über Ergebnisse und Erfahrungen zu berichten. 1932 konnte ein Schullandheim in Aremberg/Eifel eingeweiht werden, das trotz materiell schwierigster Zeiten aus Eigeninitiative von Lehrern, Schülern und Freunden der Schule errichtet worden war.

 

III. Von der „Doppelanstalt“ zur Ernst-Moritz-Arndt-Schule (1933-1945)

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland 1933 hatte tiefgreifende organisatorische, personelle und inhaltliche Änderungen des deutschen Schulwesens und damit auch des Bonner Realgymnasiums zur Folge.

Es wurde verfügt, dass die gegenüber dem Gymnasium gelegene „Oberrealschule“, die 1919 aus der „Städtischen Realschule“ hervorgegangen war, mit dem Gymnasium vereinigt und die Leitung der Doppelanstalt dem Direktor der Oberrealschule Dr. Gotthard Schmidt übertragen wurde. Der bisherige Leiter des Gymnasiums Dr. Schümmer wurde in gleicher Funktion an die Bonner höhere Mädchenschule versetzt, aber schon 1934 aus politischen Gründen seines Amtes enthoben und nach Köln strafversetzt. Dr. Schmidt fügte die beiden großen Schulen mit organisatorischem Geschick zusammen und bewies ein Gespür für die Ausnutzung der verbliebenen Freiräume im Persönlichen und Dienstlichen. Als er 1937 in den Ruhestand versetzt wurde, trat Dr. Erich Kirsch, bis dahin Schulleiter in Wuppertal, an seine Stelle. Bei der offiziellen Einführung des neuen Direktors 1938 erhielt die Schule den Namen „Ernst Moritz Arndt-Schule“. Dass es „Schule“ und nicht mehr „Gymnasium“ hieß, lag daran, dass ein Jahr zuvor die übliche Umstellung auf den neuen deutschen Gymnasial-Einheitstyp, die achtjährige „Oberschule“, erfolgt war. Dr. Kirsch war bemüht, sachliche und solide Bildungsarbeit im Schulalltag zur Geltung zu bringen und das Politische so weit wie möglich aus dem Raum der Schule fern zu halten.

Als Dr. Kirsch 1939 zum Kriegsdienst eingezogen wurde, erhielt Dr. Otto Schmidt, Neuphilologe und seit 1909 Lehrer an der Bonner Oberrealschule, die Schulleitung übertragen, die er bis 1948 behielt. So oblag ihm dann auch der mühselige Wiederaufbau des Gymnasiums nach dem Krieg.

Der 2. Weltkrieg wirkte sich, je länger er andauerte, nachhaltig auf den Schulbetrieb aus. Ausfall einer ständig wachsenden Zahl von Lehrkräften, Abstellung von ganzen Klassen zum Erntedienst und zu militärischen Übungen, später zum Flakdienst, Störungen durch Luftschutzübungen, Fliegeralarm und dergleichen mehr machten ein geordnetes Schulleben immer weniger möglich, obwohl alle Anstrengungen unternommen wurden, den Unterrichtsbetrieb bis September 1944 einigermaßen aufrecht zu erhalten. Seitdem blieben die linksrheinischen Schulen infolge der Kriegsentwicklung geschlossen.

 

IV. Das EMA als mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium (1945-1972)

Nach einem Jahr unterrichtsloser Zeit war der allmähliche Wiederbeginn des Schullebens im Oktober 1945 durch extremen materiellen Mangel und Unterernährung von Schülern und Lehrern geprägt. Not tat aber auch die Entnazifizierung und Demokratisierung im Schulwesen, die Einführung neuer Lehrpläne und vor allem auch die Gewöhnung der Schüler an ein einigermaßen geregeltes Schulleben nach der langen Pause.

1948 übernahm Dr. Josef Gerhards, Lehrer für Latein und Französisch am Bonner Städtischen Gymnasium seit 1919 und nach dem Zweiten Weltkrieg kurzzeitig Leiter des Siegburger Gymnasiums, die Leitung der 1945 als 9-jähriges Gymnasium wieder hergestellten Schule, die gleichzeitig in ein „Mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium“ umgewandelt wurde. Jahrelang fand das EMA in der Clara-Schumann-Schule provisorisch Unterkunft. Erst 1952 konnte das heutige Schulgebäude an der Endenicher Allee nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts bezogen werden. Die Entscheidung für Bonn als vorläufige Hauptstadt der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland und der damit verbundene Aufbau der Ministerien führte zum Zuzug zahlreicher Bundesbediensteter mit ihren Familien. Eine Folge davon war, dass das EMA 1953 von 1182 Schülern in 36 Klassen besucht wurde und geradezu „aus allen Nähten platzte“. So gingen aus dem EMA in den Jahren 1954-61 zwei neu gegründete Gymnasien hervor: das „Städtische Neusprachliche Gymnasium“ („Friedrich-Ebert-Gymnasium“/1954-56) und das „Städtische Gymnasium Tannenbusch“ (1961). 1957, im 75. Jahr des Bestehens des EMA, hatten sich die schulischen Verhältnisse so weit konsolidiert, dass man optimistisch in die Zukunft blicken durfte.

Zu dieser Zeit stand bereits mit Dr. Günter Schuster ein Naturwissenschaftler an der Spitze des EMA, der an dieser Schule 1937 Abitur gemacht hatte und seit 1949 an ihr unterrichtete. Lehrbuchautor, Mitherausgeber der damaligen Unterrichts-Richtlinien für Nordrhein-Westfalen und Lehrbeauftragter für Didaktik der Naturwissenschaften an der Bonner Universität, gelang es Dr. Schuster in den neun Jahren seiner Amtszeit (1956-65), aufbauend auf den Vorarbeiten während der Amtszeit von Dr. Gerhards, gemeinsam mit dem Lehrerkollegium seine Konzeption des mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiums am EMA umzusetzen. In diese Zeit fielen z. B. auch der Wegfall der Aufnahmeprüfung für Sextaner, die Einführung der Erprobungsstufe (Klassen 5 und 6) als pädagogische Einheit und die Ausgestaltung der Schülermitverwaltung. 1963 trat die erste Frau ins Lehrerkollegium ein. Insgesamt entwickelte sich ein Klima am EMA, das durch Offenheit und Vertrauen aller am Schulleben Beteiligten geprägt war.

1964/65 besuchten mit die ersten Schülerinnen (9 Mädchen in der OIId) im sogenannten Aufbauzug die Oberstufe.

1966 trat der damals 37-jährige Dr. Gerhard Fels, ehemaliger Schüler des EMA und seit 1959 Mitglied seines Lehrerkollegiums, die Nachfolge des als Ministerialrat ins Bundeswissenschaftsministerium gewechselten Dr. Schuster an. Wie sein Amtsvorgänger Naturwissenschaftler, Verfasser einschlägiger Unterrichtswerke und Sachbücher, hatten sich Dr. Fels und sein Lehrerkollegium schon bald mit tief greifenden Reformen in der Schule auseinander zu setzen. Begleitet wurden die damaligen Diskussionen um das Bildungswesen durch die Studentenbewegung der „68er“, die in einer Universitätsstadt wie Bonn die höheren Schulen nicht unberührt ließ.

 

V. Das EMA als enttypisiertes Gymnasium (1973-1997)

Von den zahlreichen Schulreformen dieser Zeit sei hier nur auf die 1973 erfolgte Enttypisierung des Gymnasiums durch faktische Gleichsetzung von Fremdsprachen und Naturwissenschaften sowie die Einführung der reformierten Oberstufe (Kurs- statt Klassensystem) hingewiesen. Stark wachsende Schülerzahlen bei gleichzeitigem Lehrermangel machten die Einstellung einer großen Zahl nebenamtlich tätiger Lehrkräfte sowie die Nutzung räumlicher Provisorien nötig. Als einer Führungspersönlichkeit mit Weitblick und herausragender pädagogischer Kompetenz gelang es Dr. Fels gemeinsam mit dem Lehrerkollegium die Herausforderungen zu meistern. In die Amtszeit von Dr. Fels fiel das gebührend begangene 100-jährige Jubiläum des EMA im Jahre 1982; sie wurde aber auch begleitet durch eine Reihe legendärer Musik- und Theateraufführungen, an denen zahlreiche Schüler, Lehrer und Eltern beteiligt waren. Stellvertretend seien hier genannt die Aufführung von „Herkules und der Stall des Augias“ (1982), der „Dreigroschenoper“ (1988) und der „Revue“ zur Verabschiedung von Dr. Fels (1992). Im Juli 1992, zwei Jahre nach seinem seit 1973 ständigen Vertreter Dr. Dieter Grau, trat Dr. Fels nach 26 Jahren als Schulleiter des EMA in den Ruhestand. Er verstarb im Januar 2005.

Mit Arnold Heer folgte ihm zum 1. Januar 1993 ein Neuphilologe im Amt des Schulleiters am EMA, der bis dahin stellvertretender Schulleiter am Bonner Hardtberg-Gymnasium gewesen war. Unterstützt wurde er bei der Schulleitungsarbeit durch seine ständigen Vertreter StD Helmut Lennarz (bis 31.7.2001) und StD Dr. Dieter Stüttgen (seit 1.8.2001).

Zwischen 1993 und März 2006 wurden am EMA auf Grund behördlicher Anordnung wie auch infolge von Eigeninitiative wichtige Projekte der inneren und äußeren Schulentwicklung verwirklicht mit dem Ziel, die sich ändernden Forderungen an gymnasiale Bildung praktisch umzusetzen. So erfolgte unter anderem die schulinterne Ausgestaltung der amtlichen Richtlinien in allen Fächern, und das EMA entwickelte ein Schulprogramm einschließlich Medienkonzept (2000) sowie ein Berufsorientierungskonzept.

 

VI. Das EMA als Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlichem und musischem Schwerpunkt (seit 1997)

Im Jahre 1997 schrieb die Schulkonferenz des EMA auf Antrag der Lehrerkonferenz, die sich von einem entsprechenden Vorschlag des Schulleiters hatte überzeugen lassen, eine Entwicklung fest, die sich schon länger angebahnt hatte, nämlich die Profilierung als Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlichem und musischem Schwerpunkt. Gleichzeitig sollte weiterhin großer Wert gelegt auf eine solide Allgemeinbildung, zu der natürlich auch entsprechende Fremdsprachenkenntnisse gehören.

Das musische Angebot wurde erweitert und zeichnet sich durch eine Vielfalt von Bildungsmöglichkeiten aus. Zahlreiche künstlerische Aufführungen – exemplarisch genannt seien aus jüngster Zeit die seit dem Schuljahr 2001/02 mehrmals durchgeführten „EMA-Kulturwochen“ und die „EMA-Revue“ 2006 - sowie viele EMA-Schülerinnen und Schüler als Preisträger vor allem bei musikalischen Wettbewerben zeugen Jahr für Jahr von der Qualität der in diesem Bereich geleisteten Arbeit.

Der mathematisch-naturwissenschaftliche Schwerpunkt wurde auf Initiative des Schulleiters gestärkt durch Einführung einer obligatorischen naturwissenschaftlichen Experimentier-AG für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 (seit 2001) und als besondere Maßnahme der Begabungsförderung durch Einrichtung einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachprofilklasse in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 (seit 2002). Die intensive Arbeit in Mathematik und Naturwissenschaften trägt z. B. Früchte in der erfolgreichen Teilnahme einer größeren Anzahl von Schülerinnen und Schülern z. B. an dem Mathematik-Wettbewerb „Känguru“ sowie der „Mathematik-Olympiade“ und fand im Jahre 2002 Anerkennung durch Aufnahme des EMA in den Kreis der MINT-EC-Schulen, von denen es in Deutschland ca. 80 gibt.

Seit 1997 ist das Stützpunktschule der Lehrerfortbildung „Schulen ans Netz“ und „e-nitiative.nrw“ für Bonn. Kooperationsverträge schloss das EMA mit der Universität Bonn (2003), der Bonner Firma Moeller (2004) sowie der Deutschen Telekom (2005).

Internationale Austauschprogramme mit England (seit 1990), Polen (seit 1994) und Italien (seit 1998 besteht ein Austausch unserer Musiker mit der italienischen Stadt Cittadella, seit 2005 ein Schüleraustausch mit dem Istituto Compresivo Alfano Lente in Rom) wurden entwickelt und mit Leben erfüllt. Seit 2002 nimmt das EMA darüber hinaus als eine von vier Schulen an der „Schulbrücke“ (Paris-Bonn-Berlin-Warschau) der Deutschen Nationalstiftung mit jährlichen Arbeitswochen in Weimar teil.

Wichtige Bau- und Einrichtungsmaßnahmen begleiteten die innere Entwicklung des EMA und trugen zur positiven Veränderung der schulischen Rahmenbedingungen bei. Der Schulträger errichtete einen dringend benötigten achtklassigen Neubau für die Klassen 5 und 6 auf dem großen Schulhof (1997/1998) sowie eine neue Turnhalle auf dem Gelände des EMA (2005), deren Bau den Umbau des Sportplatzes nach sich zog (2006), und begann Anfang des 2. Jahrtausends mit der Sanierung des Hauptgebäudes.

Aus eigener Initiative und zum größten Teil aus eigener Kraft, d. h. durch tatkräftige und finanzielle Unterstützung der Eltern, der Schülerinnen und Schüler, des Lehrerkollegiums und des Fördervereins entstanden aus dem alten Fahrradkeller der Schule ein moderner Oberstufen-Mehrzweckraum mit angebautem Raum für das Schularchiv (1998), aus dem ehemaligen Medienraum ein naturwissenschaftliches Labor, eingerichtet auf dem neuesten Stand der technischen Entwicklung (2003); ferner wurden zwei Informatikräume vorbildlich ausgestattet, mit beispielhafter Hilfe von Schülereltern erste Schritte zur Umgestaltung der Schülerbibliothek zu einem Selbstlernzentrum gemacht (2005) und unser Schullandheim in Aremberg gründlich renoviert und mit einem neuen Dach versehen (seit 2000).

Das EMA ist seit Jahren konstant vierzügig mit ca. 900 bis 950, im Schuljahr 2005/06 ca. 1030 Schülerinnen und Schülern.

Die jüngste Zeit ist verstärkt durch eine öffentliche Diskussion über das gegenwärtige Bild der deutschen Bildungslandschaft und nötige Veränderungen geprägt. So wachsen die bildungspolitischen Reformanstrengungen in Nordrhein-Westfalen und stellten/stellen auch das EMA vor neue Herausforderungen. Als Beispiele seien genannt: Einführung von Kernlehrplänen in der Sekundarstufe I, Parallelarbeiten in Deutsch, Englisch und Mathematik in den Klassen 7 und 10 (entfallen ab Schuljahr 2006/07), Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre, praktische Umsetzung des „Schulgesetzes“ vom 1. August 2005, novelliert 2006.

Am 31.1.2006 trat Arnold Heer, der das EMA für die Zukunft gut gerüstet ins 21. Jahrhundert führte, nach 13 Jahren als 10. Schulleiter des 124 Jahre alten EMA und insgesamt 40 Jahren Schuldienst in den Ruhestand.

Sein Amtsnachfolger ist seit dem 1.2.2006 der 42-jährige Mathematiker und Naturwissenschaftler Dr. Uwe Bettscheider, bisher stellvertretender Schulleiter am Inda-Gymnasium in Aachen.

(Quellen: J. Niessen, Zur Geschichte der Schule 1882-1957, in: Ernst Moritz Arndt-Schule Bonn. Städtisches mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium 1882-1957. Festschrift zum 75jährigen Bestehen. Im Auftrag der Schule hg. v. Joachim Rehlinger und Alfons Weber, Bonn o.J., S. 15-40. – K. Krebs, Hundert Jahre E.-M.-Arndt-Gymnasium Bonn, in: Festschrift 100 Jahre Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn 1882-1982, Bonn o.J., S. 9-15.)

Stand 6/2009 – Dr. Dieter Stüttgen

 
 

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