Latein-News
No articles to show| Rom-Austausch |
|
|
|
|
Seit 2005 gibt es am EMA für Lateinklassen einen "Scambio culturale Roma - Bonn", einen Romaustausch: Jedes Jahr im Frühling kommt eine Klasse der Scuola Media Lante Alfieri aus Rom für eine Woche zu den Schülern der 7. Klasse, die bereits in Klasse 5 mit Latein begonnen hat. Im Gegenzug fährt diese Klasse im Herbst des nächsten Schuljahrs nach Rom.
Da wir keine echten Römer für einen Sprachaustausch Latein gefunden haben, verfolgt dieser Austausch drei Ziele: Zum einen soll er die Austauschsprache Englisch stärken, zum anderen die Lateiner mit dem antiken und modernen Rom vertraut machen. Zuletzt dient er einem frühen Erfahrungsaustausch und dem Kennenlernen unserer italienischer Nachbarn. Lesen Sie hier einige Berichte zu erfolgreich verlaufenen Austauschfahrten: 5 Jahre Rom-Austausch Die Lateiner des EMA in Rom 24. 09. bis 01. 10. 2009 Nach dem gelungenen und erlebnisreichen Besuch der Römer im Mai bei uns, über den im letzten Jahresbericht informiert worden ist, erfolgte endlich im Herbst unser Gegenbesuch, für den die Gastgeber sich ein Highlight nach dem anderen überlegt hatten.Begleitet von Frau Hillert und Herrn Schüller flogen 30 Lateiner der Klasse 8 nach Süden, wo neben warmem Wetter und Sonnenschein viele beeindruckende Unternehmungen auf uns warteten. Eines der unbestritten unglaublichsten Erlebnisse war der Empfang im Ratssaal – aber nicht in irgendeinem, sondern in dem des Campidoglio. In dem Kapitol, wo sonst nur Senatoren und hohe Politiker tagen. Im Anschluss an die Grußworte des Vizebürgermeisters durften wir sogar oben auf die „Merkel-Obama-Terrasse“, wie sie uns ehrfürchtig angekündigt worden war, steigen. Von dort hatten wir einen atemberaubenden Blick über die gesamte Stadt. Wir konnten fast hören und sehen, wie Cicero, seine Anhänger im Gefolge, über das Forum schreitet und ins Volk ruft: „Quousque tandem!“, wie der populus Romanus über die alten Römerstraßen eilt und magna voce disputat, Händler laut ihre Waren preisen: „Venite huc, videte, hic ornamenta, hic anuli et catenae sunt.“ Es stellte sich dann zwar doch heraus, dass es vorwiegend Touristen waren, die sich unter unseren Blicken tummelten, doch tat dies dem Gefühl, der Antike und dem caput mundi vieler Jahrhunderte ganz nahe zu sein, keinen Abbruch. Nach einer intensiven Woche schrieben die Schüler und Schülerinnen jeder ein Rom-Tagebuch teils auf Deutsch, teils auf Englisch, von denen einige am Tag der offenen Tür ausgestellt wurden.
Die durchweg schönen Erlebnisse, interessanten Exkursionen und fröhlichen Begegnungen zeigt der ebenfalls im November vorgeführte Film über den Austausch, der diesmal mit lateinischen Untertiteln über die verschiedenen Programmpunkte Auskunft gibt. Eine Schülerin berichtet wie folgt von ihren Erfahrungen: Romaustausch 2009 - Bericht von Charlotte Veltman, 8 m
Wir, einer der Lateinkurse der Klasse 8, die frühere Lateinklasse von Frau Hillert, und ein weiterer Lateinkurs aus unserer Stufe, nahmen im Jahr 2009 an einem doppelten Romaustausch teil, der damit sein 5-jähriges Bestehen feierte. Wir kannten zwar die Namen unserer Partner, einige hatten auch schon ein Foto und einige Mails erhalten, doch waren wir trotzdem alle furchtbar aufgeregt, als der volle Bus mit den Römern vom Flughafen vor dem EMA Ende April ankam. Wir hielten Plakate und Schilder mit den Namen unserer Partner hoch und versuchten die Gesichter zuzuordnen. Überall hieß es: „Meinst du, das ist mein(e) Austauschpartner(in)?“ Doch alle fanden sich schnell und fuhren erst einmal zum Haus ihrer neuen Gastfamilie. Während der einen Woche in Bonn machten wir zahlreiche Ausflüge und erlebten viele lustige Momente mit den temperamentvollen Italienern, denen es in Bonn sehr gut gefiel. Bei der Abreise flossen sogar viele Tränen, obwohl wir ja die Sicherheit hatten, dass wir uns in einem halben Jahr alle wiedersehen würden. In der Zwischenzeit wurden die Kontakte fleißig gepflegt, indem eine Menge Mails, Briefe und auch Päckchen von Bonn nach Rom und von Rom nach Bonn geschickt wurden. Ende September machten wir uns dann mit Frau Hillert und Herrn Schüller aus dem verregneten Deutschland auf in das sonnige Italien. Wir flogen vom Köln-Bonner Flughafen zum römischen Flughafen Fiumincino. Dort wurden wir von dem mit Frau Hillert kooperierenden Lehrer Dario Russo in Empfang genommen. Mit dem Bus fuhren wir dann durch Rom zur Schule und machten gleichzeitig eine erste Sight-Seeing-Tour. Denn der Busfahrer war so nett, extra für uns einige Umwege zu fahren, damit wir erste Blicke z. B. auf den Petersdom werfen konnten. An der Schule „Istituto Compresivo Alfieri Lante“, die in der Nähe der Villa Borghese liegt, erwarteten uns schon viele bekannte, aber auch neue Gesichter. Alle freuten sich, ihre Partner und deren Familien zu sehen. Nach der Ankunft gab es zunächst ein riesiges italienisches „Festmahl“ im kleinen Innenhof der Schule. Auch in der Woche in Rom sahen wir fast alles, was man in Rom - zumal als Lateiner - eben so sehen muss: Das Kolosseum, das Pantheon, die Kapitolinischen Museen, die Piazza Venezia, die spanische Treppe, den Trevi-Brunnen und noch vieles mehr.
Unseren Tagesausflug verbrachten wir nach der Besichtigung von Tarquinia und einer englisch-sprachigen Grabrallye am Strand bei wunderschönem typisch italienischem Wetter.
Nach einer Woche, in der wir so viel, wie wahrscheinlich sonst nie in unserem Leben, über die italienische Kultur und die Lebensweise der Italiener lernten, mussten wir uns wieder von dem nun schon gewohnten italienischen Alltag und unseren Austauschpartnern trennen. Bei der Abreise waren alle furchtbar traurig, denn in näherer Zukunft würden wir uns nicht wiedersehen. Doch schließlich saßen wir im Bus, im Flugzeug und nach einer Woche Rom landeten wir nun in unserer alt gewohnten Umgebung. In diesen zwei Wochen mit den Römern und deren Familien sammelten wir alle viele tolle Eindrücke und Erfahrungen und erlebten mit, dass das Leben in einer anderen Familie, einer anderen Stadt oder sogar in einem anderen Land sehr interessant und schön sein kann! __________ Da der Rom-Austausch schuljahresübergreifend stattfindet, erfolgte im April 2010 unter der Leitung von Frau Schaefer bereits der erste Teil für die Lateinklasse 7 a. Die Schüler berichten selbst:
Und zum Schluss einige Grüße einer italienischen Kollegin: Carissimi Claudia ed Harry, Che bellissima esperienza umana e culturale che abbiamo vissuto insieme!!! Siamo tutti contentissimi e i ragazzi soprattutto si sentono più grandi e più ricchi, felicissimi di avere dei nuovi amici con cui il parlare, in fondo, non è stato così difficile e le cui abitudini non sono poi così diverse dalle nostre! bellissimo e molto interessante è stata la visita alla casa di Adenauer, divertente il museo dello sport dove tutti, Elena compresa, si sono cimentati in prestazioni fisiche, affascinante l'Odisseum dove si poteva toccare tutto....e comunque Bonn e il Reno e l'aria di tranquillità e di sicurezza che si può respirare da voi e con voi!!!!
Grazie a nome di tutti sperando di farvi godere anche a voi a Roma in ottobre! ----------------
Dritter Romaustausch - Lateinklasse 8 (L5) 9. bis 16. Oktober 2007 Die diesjährige Romfahrt der ehemaligen Lateinklasse unter Leitung von Frau Hillert und Frau Schaefer stand nicht nur im Zeichen der bekannten antiken Bauwerke wie Pantheon, Kolosseum und Forum Romanum, sondern vor allem in dem der Politik.
Wo in den vergangenen Monaten Prodi mit den Senatoren heftige Wortgefechte austrug, wo temperamentvolle Abgeordnete sich verbale Gefechte mit gelegentlichen Körpereinsätzen lieferten, „disputierten“ ja auch schon die antiken Senatoren. Und wir erhielten tatsächlich die seltene Gelegenheit, sowohl den „Palazzo del Quirinale“, in dem sich die „Presidenza della Repubblica“, also der Präsidentenpalast des amtierenden Präsidenten Giorgio Napolitano, befindet, zu besichtigen, als auch den alt ehrwürdigen „Palazzo Madama“, den heutigen Senatssitz. Der Präsidentenpalast liegt auf einem der berühmtesten Hügel Roms, dem Quirinal, auf dem bereits in der Antike wegen der gesünderen und frischeren Luft ein Villenviertel der römischen Oberschicht lag. Hier wurde im 16. Jahrhundert die Sommerresidenz der Päpste errichtet, die, später von den italienischen Königen genutzt, heute als Amtssitz des Staatspräsidenten dient. Der Palazzo ist streng gesichert einerseits durch moderne Hightech-Geräte, die - wie am Flughafen - unsere Taschen durchleuchteten, andererseits durch die Palastwachen, die in vollem Ornat - die Schüler nannten es etwas despektierlich „Verkleidung“, da es ihnen nicht nur unbequem sondern auch übertrieben vorkam - Wache hielten und sich bei der Ablösung in streng festgelegter Schrittfolge fortbewegten. Im Inneren wurden uns von zwei italienischen Germanistikstudentinnen die Kostbarkeiten der einzelnen Räume erklärt: Vasen, Wandteppiche, Fresken, Leuchter, Chinoiserien etc. Mindestens ebenso beeindruckend war der Besuch des „Palazzo Madama“, wie die Italiener den Senat, der von „Madame“ Margarete von Österreich, der Tochter Karls V. und Ehefrau von Alessandro de' Medici, bewohnt und geprägt worden war, nennen. Denn uns Lateinern bot er ein ungeahntes Gefühl des Déjà-vu: In der „Sala Maccari“, benannt nach dem Maler Cesare Maccari (1840-1919) blickte Cicero in voller Größe von dem selben Bild wie im Lateinbuch auf uns herab und versuchte uns davon zu überzeugen, welch ruchloser Verräter Catilina sei! Im selben Saal erzählten die Fresken der anderen Wänden weitere bedeutende Episoden der Antike, die die römischen Tugenden symbolisieren: die Geschichte vom Zensor Appius Claudius, der die Römer von den schlechten Friedensbedingungen des Pyrrhus abhalten wollte, die des Marcus Papirius, der beim Angriff der Gallier fruchtlos auf seinem Sitz verharrte und vor einem übereilten Frieden warnte und schließlich die des Attilius Regulus, der von den Karthagern unter Todesdrohung als Gesandter nach Rom geschickt wurde, um Friedensbedingungen durchzusetzen, die zu akzeptieren er den Römern allerdings ausredete. Nachdem wir im Sitzungssaal auf den Logenplätzen noch das Ambiente des Senats auf uns wirken lassen durften, erhielten wir in einem benachbarten Informationszentrum einen computergestützten englischen Einführungsvortrag in die römische Verfassung und Politik, der bei den Schülern auf reges Interesse stieß - vielleicht wegen der Parallelen zur antiken Verfassung, die im Lateinunterricht immer wieder thematisiert wird.
Doch kamen natürlich auch die antiken Monumente bei der Besichtigung nicht zu kurz, die uns die römischen Schüler in englischen Kursvorträgen erläuterten. Ist ein solcher Aufenthalt in Rom schon wegen des doppelten Fremdsprachenanspruchs und des flexiblen Umgangs mit dem Tagesablauf der italienischen Familien anstrengend, strengten auch die langen, zügigen Touren „a piedi“ durch den zuweilen chaotischen Stadtverkehr die Schüler an - „andiamo!“ „ma più rapido“, „venite qua!“, „ma dove siete?“ - so dass einer der diesjährigen Highlights die Stadtrundfahrt mit einem offenen Bus war, in dem man über Kopfhörer in verschiedenen Sprachen Informationen zu den Bauwerken und ihrer Geschichte bekam. Ein weiteres Highlight darf an dieser Stelle ebenfalls nicht unerwähnt bleiben: Unser gemeinsamer Tagesausflug ging dieses Jahr über Tarquinia, wo wir in einer Fresken-Rallye die etruskischen Gräber und ihre berühmten Malereien studierten, nach Orbetello ans Meer, wo wir Mitte Oktober bei traumhaftem Sonnenschein baden konnten! Vielleicht klingt es übertrieben, nun zum Schluss von noch einem Highlight zu sprechen, doch wie schon die Jahre zuvor war es eines der intensivsten Eindrücke, die gastfreundliche, offene, fröhliche und eben italienische Herzlichkeit der Römer spüren zu dürfen. Molto grazie a tutti i partecipanti, wir freuen uns auf ein Wiedersehen! Saluti cordiali, Rita Hillert und C. Schaefer
----------------------- Impressionen vom ersten Romaustausch 2005
Ciao, sono Chiara! Hello, I'm Marc. What's your name? Mauritius sum. Come stai? Bene, very well. Ubi est Fancesco? Mit Englisch, Italienisch, Latein - und notfalls Händen und Füßen - klappte die Verständigung der Schüler untereinander benissimo! Das lange und manchmal anstrengende Lateinlernen, der Kurs "Italienisch für Lateiner" und der Englischunterricht trugen Früchte und wurden durch die Reise in das caput mundi, die Hauptstadt der Welt, belohnt. Die ehemalige Lateinklasse und jetzige 8 war in Rom eine fröhliche und zuverlässige Gruppe! Neugierig auf das antike Rom und gespannt auf das Leben in einer italienischen Familie haben sich alle Teilnehmer sehr darum bemüht, das in sie gesetzte Vertrauen nicht zu enttäuschen. In der Regel waren alle pünktlich, zuverlässig, freundlich, höflich, engagiert und auch bei stundenlangen Besichtigungstouren in großer Hitze immer noch interessiert. Sogar Metro- und Busfahrten – in Rom mit einer Gruppe nicht ganz einfach – waren „ohne Verluste“ möglich. Die italienischen Familien waren größtenteils voll des Lobes! Manche wollten ihre Austauschkinder sogar noch ein wenig behalten!
Hin- und Rückfahrt an sich verliefen ohne Probleme: Die Busfahrten zwischen Bonn und dem Flughafen zur gemeinsamen Einstimmung und als Ausklang waren nett, der kleine Flughafen Hahn wirklich empfehlenswert. Die Flüge waren auf die Minute pünktlich und alle Vorbehalte, nicht von Köln aus geflogen zu sein, erwiesen sich als unnötig. Die Organisation, die auf italienischer Seite unsere Kollegin Signora Angelina-Rota übernommen hatte, war ebenfalls sehr gelungen. Wir hatten bei unseren Besichtigungen immer eine italienische Kollegin als Begleitung und an zwei Tagen erläuterte eine deutsche Reiseführerin die Sehenswürdigkeiten. Um auch die Umgebung Roms ein wenig zu erforschen, fuhren wir mit den Italienern zusammen nach Orvieto und Cività di Bagnoregio. Zum Abschluss der wirklich sehr ausgefüllten Woche fand für alle beteiligten Austauchpartner ein kleines Fest in der Schule statt. Es gab einen hauseigenen DJ und die Eltern sorgten für „tramezzini, dolce e bevande“, für Speis und Trank. Für viele Schüler war dieser Austausch die erste Erfahrung mit dem italienischen Leben, umso spannender fanden sie die Herausforderungen, die im echten römischen Ambiente zu bestehen waren. So war für viele das Frühstück sehr gewöhnungsbedürftig: Oft nur ein Stück Zwieback mit Butter, Marmelade und Kaffee. Die Bonner mussten hier erkennen: Ein richtiger Römer isst erst richtig, wenn der Abend da ist. Und einige Schüler, die nach dem ersten Frühstück etwas irritiert schienen und um ihr Leibeswohl fürchteten, schwärmten am nachfolgenden Tag von üppigen mehrgängigen Abendessen im Kreise der ganzen Familie, Gästen und Freunden. Auch der Umgang mit der Berechnung von Zeit und Raum war für unsere Schüler eine neue Erfahrung. So war die Zeit bei Fußmärschen sehr „italienisch“ berechnet. Da Italiener eher Roller oder Auto fahren, denken sie, wenn sie dann ein Ziel per pedes erreichen wollen, anscheinend in erhöhter Geschwindigkeit: Wenn uns ‚cinque minuti’ genannt wurden, mussten wir eher zwanzig Minuten einplanen, um pünktlich anzukommen. Daher empfanden die Schüler die Fußmärsche durch Rom auch weniger als Stadtbummel denn als eine körperliche Ertüchtigung besonderer Art. Die Papst-Audienz war für alle unsere Schüler und übrigens auch für die meisten italienischen Schüler eine Premiere. Trotz der zigtausenden Besucher und der unglaublichen Hitze warteten die Besucher geduldig auf den Papst, der in einer langen Ansprache alle Gruppen einzeln in ihrer Landessprache begrüßte. Allein 20.000 Pilger aus der ganzen Welt versammelt gesehen zu haben, wird manchem Schüler unvergesslich bleiben. Abschließend können wir sagen, dass wir alle sehr viel erlebt und fürs Leben gelernt haben: in kultureller, sprachlicher und persönlicher Hinsicht. Ein Schüler meinte, und davon war er sichtlich selbst begeistert, er habe wirklich in dieser Woche mehr gelernt als in einem Monat zu Hause! Aus Fotos der Fahrt erstellte Frau Hillert eine Bilderschau auf DVD, die bei ihr und Frau Schaefer erhältlich ist und die am Tag der offenen Tür präsentiert wurde. Bleibt nur noch zu sagen, dass wir allen Beteiligten herzlich für die gelungene und bereichernde Woche danken. Wir hoffen, dass einige der Kontakte bestehen bleiben und unsere Schüler weiterhin in regem Austausch zu "ihren" Italienern stehen.
Saluti cordiali, herzliche Grüße, R. Hillert und C. Schaefer
|















