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Kompetenzen und Standards im Religionsunterricht PDF Drucken E-Mail

Im Dezember 2010 hat die EKD einen Orientierungsrahmen zu Kompetenzen und Standards für den Evangelischen Religionsunterricht (zunächst für die Sekundarstufe I) herausgegeben. Ziel ist die Anschlussfähigkeit des Faches ER gegenüber anderen Fächern. Dabei geht es v.a. um Qualitätsverbesserung, bundesweite Vereinheitlichung der Anforderungen, sowie größere Gemeinsamkeit der Inhalte und Standards.

Bestimmende Bezugspunkte der in den Lehr-und Bildungsplänen für den Evangelischen RU enthaltenen Kompetenzerwartungen sind v.a.:

  • die Erwartungen und Bedürfnisse von Jugendlichen, besonders im Blick auf ihre Fragen nach dem eigenen Glauben,
  • die christliche Überlieferung und Lehre,
  • andere Religionen und Weltanschauungen,
  • religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge im globalen Horizont.

Hinzu kommen wesentliche prozessorientierte Kompetenzen religiöser Bildung; nämlich:

  • Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit (religiös bedeutsame Phänomene wahrnehmen & beschreiben)
  • Deutungsfähigkeit (religiös bedeutsame Sprache und Zeugnisse verstehen und deuten),
  • Urteilsfähigkeit (in religiösen und ethischen Fragen begründet urteilen),
  • Dialogfähigkeit (am Dialog mit anderen Religionen und Weltanschauungen argumentierend teilnehmen),
  • Gestaltungs- und Handlungsfähigkeit (in religiös bedeutsamen Zusammenhängen handeln und mitgestalten).

An das Bildungsverständnis des Evangelischen Religionsunterrichts schließen als Konkretion folgende acht Kompetenzen an:

  1. Den eigenen Glauben und die eigenen Erfahrungen wahrnehmen und zum Ausdruck bringen sowie vor dem Hintergrund christlicher und anderer religiöser Deutungen reflektieren.
  2. Grundformen biblischer Überlieferung und religiöser Sprache verstehen.
  3. Individuelle und kirchliche Formen der Praxis von Religion kennen und daran teilhaben können.
  4. Über das evangelische Verständnis des Christentums Auskunft geben.
  5. Ethische Entscheidungssituationen im individuellen und gesellschaftlichen Leben wahrnehmen, die christliche Grundlegung von Werten und Normen verstehen und begründet handeln können.
  6. Sich mit anderen religiösen Glaubensweisen und nicht-religiösen Weltanschauungen begründet auseinandersetzen, mit Kritik an Religion umgehen sowie die Berechtigung von Glauben aufzeigen.
  7. Mit Angehörigen anderer Religionen sowie mit Menschen mit anderen Weltanschauungen respektvoll kommunizieren und kooperieren.
  8. Religiöse Motive und Elemente in der Kultur identifizieren, kritisch reflektieren sowie ihre Herkunft und Bedeutung erklären.

(zitiert nach: EKD-Texte 111, Kompetenzen und Standards für den Evangelischen Religionsunterricht in der Sekundarstufe I, S.17ff)

Die konkrete Umsetzung des  EKD-Orientierungsrahmen in die curriculare und religionspädago-gische Arbeit obliegt i.w. den Fachkonferenzen. Allerdings soll im Herbst 2011 dazu eine zentrale Schulung für ReligionslehrerInnen an Gymnasien stattfinden, in denen es um Gestaltung von stärker kompetenzorientierten Themenschwerpunkten, Inhalten und Lernformen und deren Implementierung im Kerncurriculum und im praktischen RU gehen soll. Auch sind bereits neue Lehrbücher für den Ev.RU, welche stärker kompetenzorientiert konzipiert sind, in Arbeit.

Die Ergebnisse dieser zentralen  Entwicklungsprozesse möchte die Fachkonferenz ER am EMA abwarten, bevor das schulinterne Curriculum entsprechend überarbeitet wird.