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Anekdotisches zu EMA – Aufführungen (Peter Henn)
1. Lohff-Requiem 2002 "Für das, was wir ertragen, ist jede Sprache stumm."
Mit dieser Liedzeile endet der Gesang des "jüdischen Kinds", gesungen von Gabriel D., 10 J., ohne jede Orch.-Begleitung. - Danach dauert es ca. 4 Minuten, bis - zögernd - der nachhaltige Schlussbeifall anhebt.
Aus meiner Sicht war dieses Projekt das wichtigste während meiner Zeit am EMA. Ausgangserfahrung: Viele Schüler sind über die rationale Aufarbeitung der NS-Zeit kaum erreichbar, vielleicht weil das Thema für sie durch häufige Behandlung redundant geworden ist. Aber alle Chormitglieder singen leidenschaftlich die Anklage in Nr. 5 "Euch fehlt die Phantasie .." Der Text - entstanden vor 1933! - warnt vor den (kommenden) subtilen u. offenen Terrormethoden der Nazis. Der Schulchor in der Rolle des Anklägers gegen Passivität und Naivität der Bürger (damals/heute?).
2. Jubiläumskonzert 2007: "Haus für Generationen.."
Das Orchester aus 75 Schülern und Ehemaligen des EMA spielt u.a. Carmen-Ouvertüre, "Fluch der Karibik", Elgars "Pomp and Circumstance". Dazu intonieren 50 Schüler des 6er-Chors die neue EMA-Hymne "Haus für Generationen - wir gehören dazu!" Bei der Wiederholung stehen 800 Zuhörer auf und singen mit. Ein Spot auf den rechten Bühnenrand zeigt passend dazu ein sinnfälliges Bild. Roland W. (Kl. 6) und der Ehemalige Gottfried E. spielen nebeneinander Kontrabass. Nach dem Konzert gratuliert Gottfried, heute Prof. für Kontrabass an der Musikhochschule Köln, seinem 11-jährigen Kollegen mit Handschlag zu seiner Leistung.
3. 2006: Vorher - nachher.
Nach der GP zur EMA-Revue. Alle 180-200 Mitwirkenden haben sich auf dem Boden der EMA-Bühne niedergelassen, darunter viele Kleine, völlig erschöpft. Es war der erste u. einzige Durchlauf vor der Première. Alle hören sich die detaillierte Generalkritik der Regisseurin Silvia Stroh an. Dauer ca. 40 Min., fast ohne Zwischenreden, Größere haben Kleinere im Arm oder machen ihnen das Liegen oder Anlehnen bequemer. Einen Tag später: Beim Schlussbeifall tanzen und jubeln alle nach 2-stündiger Aufführung über 30 Min. in der vorbereiteten Applausfolge, dann spontan auf der Bühne und können nicht genug von Zugaben und Beifall geben und kriegen.
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