. .

Hauptmenü

Projekte

Projekte:

  • Die EMA

  • Junge  Kritiker

RSS-Feed

Neuigkeiten Neuigkeiten

Anmeldung

Geschichte-News

Geschichte-News 2010-05-07 10:14:23
News ...Weiterlesen
429 Hits 0 Ratings

Home Unterricht Gesellschafts- wissenschaften Geschichte Wettbewerbe


Wettbewerbe PDF Drucken E-Mail

In der Vergangenheit haben immer wieder einzelne SchülerInnen an Geschichtswettbewerben wie z. B. dem vom früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann ins Leben gerufenen Geschichtswettbewerb um den Preis des Bundespräsidenten erfolgreich teilgenommen. Im Folgenden geben wir einen Bericht über den zuletzt erfolgreichen Schüler Lukas Ahlborn wieder:

Mit seiner Arbeit über den Hauptlehrer Paul Langen wird Lukas Ahlborn, Klasse 9,  zum zweiten Mal Landessieger beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.

Lukas Ahlborn vor seiner Arbeit über Paul Langen

Paul Langen ist sein Held

Gespräch am Wochenende: Der Schüler Lukas Ahlborn ist einer der Sieger des NRW-Geschichtswettbewerbs

Gar nicht schlecht, der junge Mann: Lukas Ahlborn ist zwar erst 13 Jahre alt, gehört aber schon zum zweiten Mal zu den Landessiegern des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, an dem fast 2000 Schüler aus ganz NRW teilgenommen haben. Jetzt wurde die Arbeit des Holzlarer Schülers über den Lehrer Paul Langen zum Thema: „Helden: verehrt – verkannt – vergessen“ als einer der besten Beiträge ausgezeichnet. Ahlborn hat die Chance auf den Bundessieg. Mit dem Schüler sprach Thomas Thiel.

Lukas, erkläre uns doch bitte mal, warum ein 13.jähriger Junge wie du ein halbes Jahr seine Freizeit opfert und Archive besucht, Akten studiert und Zeitzeugen befragt.

Lukas Ahlborn: Ich finde es einfach sehr interessant, das Vergangene wiederzuentdecken. Geschichte ist mein absolutes Lieblingsfach.

Wer war Paul Langen?

Ahlborn: Paul Langen war während der Nazizeit Hauptlehrer in Holzlar. Er ist so etwas wie eine Holzlarer Legende, weil er während des Zweiten Weltkriegs im Unterricht mit seinen Schülern „Feindsender“ gehört hat, also Radiosender der Alliierten. Er war immer gegen die Nazis und ihre Politik und hat das auch öffentlich gesagt. 1943 kam er deswegen in das Zuchthaus Siegburg. Dort starb er kurz vor Kriegsende. Nach dem Krieg wurde eine Straße in Holzlar nach ihm benannt. Die fahre ich jeden Tag mit dem Bus entlang, deshalb wollte ich mal herausfinden, wer dieser Paul Langen ist.

Und was war besonders an ihm?

Paul Langen war ein mutiger Mann. Er sagte seine Meinung, auch wenn das sehr gefährlich war. Er war ein echtes Idol für seine Schüler.

Was war die spannendste Entdeckung, die du während deiner Recherchen gemacht hast?

Dass es nicht nur Gut und Schlecht gibt, sondern auch viel dazwischen. Am Anfang dachte ich noch, dass Paul Langen ein strahlender Held war. Das kam vor allem von einem Bericht, den seine Tochter Hiltigunt einmal über ihn geschrieben hat. Aber als ich grüdlicher nachforschte, merkte ich, dass doch nicht alles gut an ihm war.

Was ist dir denn aufgefallen?

Er war zum Beispiel sehr cholerisch. Er drohte oft Leuten, sie zu verprügeln, außerdem stand in seiner Lehrakte, dass er „nervenschwach“ war und deshalb nach Holzlar zwangsversetzt wurde. Er war auch Mitglied in der NSDAP. Das hat mich schon erstaunt. Aber dann habe ich herausgefunden, dass man Parteimitglied sein musste, um in der Nazizeit als Lehrer zu arbeiten.

Ist er dadurch jetzt kein Held mehr für dich?

Doch. Gerade wegen seiner Schwächen bleibt er für mich ein Held. Er war eben ein ganz normaler Mensch, der trotzdem den Mut hatte, aufzustehen und was gegen Ungerechtigkeit zu sagen.

Noch einmal zu dir: Wie glaubst du, stehen deine Chancen, einer der Bundessieger zu werden?

Die anderen Arbeiten, die ich am Montag auf der Preisverleihunh gesehen hab’, waren wirklich sehr gut. Aber ein bisschen Hoffnung mache ich mir schon.

Jetzt hast du schon zweimal beim Geschichtswettbewerb mitgemacht. Kannst du dir denn auch vorstellen, mal später was mit Geschichte zu machen?

Klar! Ich will Archäologe werden und antike Ruinen in Griechenland, der Türkei und Mesopotamien ausgraben.

General-Anzeiger Bonn v. 4./5.7.2009

In einem Bericht über die Preisverleihung schrieb der Bonner General-Anzeiger:

Den Holzlarer Hauptlehrer Paul Langen schaute sich Lukas Ahlborn genauer an. Der 13-Jährige des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums spannte sogar seine Großmutter ein bei den Recherchen über den mutigen Pädagogen, der während des Zweiten Weltkriegs mit seinen Schülern alliierte Radiosender hörte, es wagte, das Hitler-Regime zu kritisieren und dafür 1945 im Zuchthaus Siegburg starb: „Langens Notizen waren in Sütterlin geschrieben, das konnte ich nicht lesen“, meinte Lukas. „Doch meine Oma meinte, der habe schon eine ziemliche Sauklaue gehabt.“ (30.6.2009)