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Erdkunde: Schulinterner Lehrplan Klasse 7 und 9 Kompetenzerwartungen und zentrale Inhalte in den Jahrgangsstufen 7 bis 9
Teilbereiche der Ökonomischen Bildung in rot (Sek I: 80 Stunden, hier 30 Stunden in Klasse 7 und 20 Stunden in Klasse 9)
Am Ende der Jahrgangsstufe 9 verfügen die Schülerinnen und Schüler über die nachfolgenden Kompetenzen:
Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler ·verwenden thematische Ordnungsraster unterschiedlicher Maßstabsebenen als Grundlage zur Orientierung in Europa und weltweit, · wenden ihre Kenntnisse über ausgewählte physisch-geographische Strukturen der Erde (Oberflächenformen, Geotektonik, Klima, Vegetation, Böden, Landschaftszonen) an, um sowohl die Wechselwirkungen innerhalb geoökologischer Kreisläufe als auch deren Einfluss auf die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen der Menschen zu erklären, · erörtern unter Berücksichtigung der jeweiligen idiographischen Gegebenheiten die mit Eingriffen von Menschen in bestehende Strukturen verbundenen Chancen und Risiken und wenden Konzepte für eine zukunftsfähige Gestaltung von Räumen an, · erklären Strukturen und Funktionen von Siedlungen verschiedener Größenordnung und wirtschaftlicher Bedeutung in Industrie- und Entwicklungsländern als Ergebnis unterschiedlicher Einflüsse und (Nutzungs-) Interessen, · erörtern den durch demographische Prozesse, Migration und Globalisierung verursachten Wandel in städtischen und ländlichen Räumen, · wenden ihre Kenntnisse über die unterschiedlichen Ursachen und Folgen der Entwicklung der Weltbevölkerung zur Erörterung damit verbundener klein- und großräumiger Auswirkungen an, · stellen einen Zusammenhang zwischen landwirtschaftlicher Produktion, den Natur- und Produktionsfaktoren sowie der Wirtschaftspolitik her und zeigen damit verbundene Konsequenzen für Raum und Mensch auf, · nutzen ihre Kenntnisse über Standortfaktoren der Industrie und der Landwirtschaft sowie über wirtschaftspolitische Zusammenschlüsse zur Erklärung des Strukturwandels und der zunehmenden Verflechtung von Wirtschaftsregionen sowie von durch Globalisierung entstehenden Abhängigkeiten, · erörtern die Bedeutung von Dienstleistungen im Prozess des Wandels von der industriellen zur postindustriellen Gesellschaft, · stellen einen Zusammenhang zwischen der Nachfrage nach und dem Angebot von Freizeitgestaltungsmöglichkeiten sowie den daraus resultierenden physiognomischen und sozioökonomischen Veränderungen in Tourismusregionen her, · analysieren Disparitäten auf unterschiedlichen Maßstabsebenen sowie deren Ursachen und Folgen anhand von Entwicklungsindikatoren und stellen Planungsansätze zu ihrer Überwindung dar, · erfassen die räumlichen Auswirkungen, die sich durch geänderte politische Strukturen und gewandelte sozioökonomische Rahmenbedingungen ergeben, · verfügen zu allen Inhaltsfeldern über ein differenziertes Fachbegriffsnetz. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler · orientieren sich mit Hilfe von Karten unmittelbar vor Ort und mittelbar, · orientieren sich auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und in unterschiedlichen thematischen Zusammenhängen mit Hilfe ihrer Kenntnis von weltweiten Ordnungsrastern und der Fähigkeit zur topographischen Verflechtung, · entwickeln zu mittelbar oder unmittelbar erfassten Sachverhalten raumbezogene Fragestellungen, formulieren Vermutungen dazu und wählen für deren Beantwortung angemessene Arbeitsweisen aus, · sammeln themenbezogene Informationen zur Lösung klar formulierter Fragestellungen durch originale Begegnung, · recherchieren und exzerpieren zielorientiert in Bibliotheken und im Internet, um sich Informationen themenbezogen zu beschaffen und sachgerecht zu zitieren, · gewinnen Informationen aus Multimedia-Angeboten und aus internetbasierten Geoinformationsdiensten (WebGis oder Geodaten-Viewer), · verknüpfen Informationen unterschiedlicher Darstellungs- und Arbeitsmittel zur Entwicklung und Beantwortung raumbezogener Fragestellungen, · beherrschen die Arbeitsschritte zur sach- und fachgerechten Informationsentnahme und Erkenntnisgewinnung anhand der fachrelevanten Darstellungs- und Arbeitsmittel (Karte, Bild, Film, statistische Angaben, Graphiken und Text) zur Erschließung unterschiedlicher Sachzusammenhänge, · wenden die Arbeitschritte zur Erstellung von Kartenskizzen und Diagrammen auch unter Nutzung elektronischer Datenverarbeitungssysteme an, um geographische Informationen graphisch darzustellen, · unterscheiden zwischen allgemeingeographischer und regionalspezifischer Zugriffsweise, · präsentieren Arbeitsergebnisse adressatenbezogen in sachlich angemessener und anschaulicher Form, · stellen geographische Sachverhalte unter Verwendung der Fachbegriffe sachlogisch strukturiert und im Zusammenhang dar.
Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler · gehen kritisch mit Informationen aus unterschiedlichen Darstellungs- und Arbeitsmitteln um und prüfen die Relevanz alltäglicher Informationen aus den Medien für die Erschließung der räumlichen Lebenswirklichkeit, · schätzen die Aussagekraft von Darstellungs- und Arbeitsmitteln zur Beantwortung von Fragen ein und nutzen diese den Fragestellungen entsprechend, · erfassen, dass mediale Präsentationen auch interessengeleitete Interpretationen der Wirklichkeit sind, · reflektieren Planung, Durchführung und Ergebnis eigener Untersuchungen und Projekte kritisch, · zeigen im Bewusstsein der eigenen subjektiven Raumwahrnehmung Toleranz gegenüber der Raumbewertung anderer Gruppen, Völker und Staaten, · sind fähig und bereit, die Interessen und Raumansprüche verschiedener Gruppen bei der Nutzung und Gestaltung des Lebensraumes ernst zu nehmen und abzuwägen, · schätzen Eingriffe des Menschen in Geosysteme hinsichtlich der sich daraus ergebenden Raumbelastung ab, · beurteilen Konzepte sowie konkrete Maßnahmen der Raumgestaltung im Hinblick auf ihren Beitrag zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung, · reflektieren ihr raumbezogenes Verhalten hinsichtlich der damit verbundenen Folgen selbstkritisch, · fällen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven und der jeweiligen Interessenbezogenheit begründete Urteile und vertreten sie argumentativ. Handlungskompetenz im engeren Sinne Die Schülerinnen und Schüler · simulieren räumliche Nutzungskonflikte und deren mögliche Lösungen, · planen und organisieren themenbezogen eine Befragung oder Kartierung, Erkundung oder Exkursion, · handeln im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens im Schulalltag ökologisch verantwortungsbewusst, · vertreten Lösungsansätze zu Raumnutzungskonflikten argumentativ abgesichert, aber auch kompromissfähig in (Pro- und Kontra-) Diskussionen, · nutzen Verfahren der demokratischen Einflussnahme auf raumpolitische Prozesse im Schulumfeld.
Die o.g. Kompetenzen sollen im Rahmen der Behandlung der folgenden obligatorischen Inhalte erworben werden:
4. Inhaltsfeld: Naturbedingte und anthropogenbedingte Gefährdung von Lebensräumen -- Schwerpunkte: - Naturgeographische Phänomene (Erdbeben, Vulkane, Hurricans) und ihre Bedeutung für Lebensräume - Bedrohung von Lebensräumen durch unsachgemäße Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt (Bodenerosionen, Überschwemmungen)
5. Inhaltsfeld: Leben und Wirtschaften in verschiedenen Landschaftszonen -- Schwerpunkte: - Temperatur und Wasser als Begrenzungsfaktoren des Anbaus und Möglichkeiten der Überwindung der natürlichen Grenzen - Nutzungswandel in Trockenräumen und damit verbundene positive wie negative Folgen - Naturgeographisches Wirkungsgefüge des tropischen Regenwaldes - Möglichkeiten und Schwierigkeiten ökologisch angepassten Wirtschaftens im Bereich des tropischen Regenwaldes - die gemäßigte Zone als Gunstraum für landwirtschaftliche Nutzung - Landschaftszonen als räumliche Ausprägung des Zusammenwirkens von Klima und Vegetation
6. Inhaltsfeld: Innerstaatliche und globale räumliche Disparitäten als Herausforderung --Schwerpunkte: - Verschiedene Indikatoren in ihrer Bedeutung für die Erfassung des Entwicklungsstandes von Wirtschaftsregionen und Staaten - Raumentwicklung auf der Grundlage von Ressourcen, Arbeitsmarktsituation und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen - das Ungleichgewicht beim Austausch von Rohstoffen und Industriewaren als eine Ursache für die weltweite Verteilung von Reichtum und Armut auf der Welt - Dritte-Welt-Tourismus als eine Gefahr für nachhaltige Entwicklung
7. Inhaltsfeld: Wachstum und Verteilung der Weltbevölkerung als globales Problem --Schwerpunkte: - Ursachen und Folgen der regional unterschiedlichen Verteilung und Entwicklung der Weltbevölkerung - Sozioökonomische Folgen des Altersaufbaus der Bevölkerung in Industrie- und Entwicklungsländern - Wachsen und Schrumpfen als Problem von Städten und Regionen in Entwicklungs- und Industrieländern - Räumliche Auswirkungen politisch und wirtschaftlich bedingter Migration in Herkunfts- und Zielgebieten
8. Inhaltsfeld: Wandel wirtschaftsräumlicher und politischer Strukturen unter dem Einfluss der Globalisierung --Schwerpunkte: - Veränderungen des Standortgefüges im Zuge weltweiter Arbeitsteilung - Agrarwirtschaft im globalen Spannungsfeld von natürlichen Faktoren, weltweitem Handeln, Marktpolitik und Umweltbelastung - Wandel regionaler Raumnutzungsmuster durch Strukturwandel und Transformation - Innereuropäische Konkurrenz der Regionen als eine Folge der Globalisierung - Global Cities als ein Ausdruck veränderter Welthandelsbeziehungen
Themenbezogene topographische Verflechtungen: - Landschaftszonen der Erde - Schwächezonen der Erde - Sozioökonomische Gliederung der Erde, z. B. in fünf Welten - Wirtschaftliche Aktiv- und Passiv-Räume in den Mitgliedsstaaten der EU - Handelsströme zwischen den Wirtschaftsregionen der Welt --
Eine fragengeleitete Raumanalyse zur Verdeutlichung der idiographischen Ausprägung der zuvor in den Inhaltsfeldern erarbeiteten allgemeingeographischen Einsichten CHINA (oder BRASILIEN)
Zentrale Inhalts-und Problemaspekte der Ökonomischen Bildung Klasse 7 1,4b,c, 5b: Der wirtschaftende Mensch 1, 2c, 6, 8c-d: Eine Welt-Klüfte überwinden 2,4,5b, 6c,7a,7b: Volksrepublik China 8b-d: Metropole Shanghai ---- Klasse 9 2, 4: Agrarpolitik in der EU 7: Ökonomie und Ökologie
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