| Zwei Beispiele für einen Praktikumsbericht |
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Praktikum im Forschungszentrum Jülich GmbH Praktikum bei KölnSport einem Sport- und Freizeitmagazin
Praktikum im Forschungszentrum Jülich GmbH An vielen Schulen wird in der Oberstufe die Möglichkeit geboten, durch ein Praktikum in einem Betrieb mehr über Berufe und die Arbeitswelt zu erfahren. Das Praktikum ist dazu da, den Schülern bei der Berufsorientierung zu helfen. Es soll den Schülern einen Einblick in das spätere Berufsleben gewähren und ihnen schon einmal ihren späteren Traumberuf auf Probe zeigen. Außerdem soll es praktische Erfahrungen im künftigen Beruf vermitteln. Das Praktikum wird an Gymnasien meist erst in der Oberstufe gemacht, da von Gymnasiasten natürlich meistens erwartet wird, dass sie die Schule beenden und Abitur machen. An unserer Schule wird ein Praktikum in der Stufe 11 durchgeführt. So kann man vielleicht, wenn man schon weiß, was man später mal machen will, seine Leistungskurse auf seinen Traumberuf abpassen und schon ein paar praktische Erfahrungen sammeln. Ich fand das Praktikum insgesamt sehr nützlich und interessant. Ich habe dadurch jetzt schon ungefähr eine Ahnung bekommen, was ich in Zukunft gerne arbeiten würde. Aber ich finde, dass man vielleicht auch schon etwas früher in der Schulzeit noch ein anderes Praktikum hätte machen sollen,da man sich so über mehrere Berufe hätte informieren können und wenn das erste Praktikum nicht so erfolgreich gewesen wäre, hätte man immerhin noch eine zweite Chance gehabt. So muss man sich, wenn man dies unbedingt machen will, noch ein Praktikum außerhalb der Schulzeit - z. B. in den Sommerferien - selber organisieren. 2. Erwartungsvorstellung des Praktikums Ich war mir bis jetzt noch nicht sicher gewesen, was ich später einmal werden möchte. Mir machen Sprachen und Naturwissenschaften eigentlich gleich viel Spaß. Deshalb war ich mir noch nicht sicher, in welche Richtung ich später gehen wollte. Ich habe mein Praktikum im Forschungszentrum in Jülich im Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre gemacht. Ich war in dem Teilinstitut für die Phytosphäre (ICG-III) in der Arbeitsgruppe von Dr. Jürgen Wildt. Wir haben in dem Projektbereich „Pflanze – Atmosphäre“ gearbeitet. Ich hatte mir von dem Praktikum erhofft, dass ich die Arbeit eines Wissenschaftlers beobachten könnte. Ich wollte gerne ein wenig praktisch arbeiten z .B. Experimente machen, aber auch die Theorie kennen lernen und einfach generell mal sehen, mit welchen Themen sich die Wissenschaftler dort beschäftigen. Da ich an wissenschaftlichen Themen generell interessiert bin, hoffte ich auch bei meinem Praktikum noch etwas über die Phytosphäre und Pflanzen zu lernen. Insgesamt wollte ich einfach herausfinden, ob ich für einen naturwissenschaftlichen Beruf geeignet bin oder nicht. 3. Praktikumsverlauf Mein Praktikum in der Arbeitsgruppe von Dr. Jürgen Wildt war sehr interessant und abwechslungsreich. Die Gruppe bestand aus vier Leuten, zwei Wissenschaftlern, einem Physiker und einem Biologen, einer Chemielaborantin und einem Doktoranden. Die Gruppe beschäftigte sich mit den VOC (volatile organic compound - flüchtige organische Verbindungen, eine chemische Stoffklasse) Emissionen von Pflanzen. Wir setzten Pflanzen, hauptsächlich Tomatenpflanzen, aber auch Pappeln, Eichen, Ackerschachtelhalme, genmanipuliert und normal, Baumwollpflanzen und Tabakpflanzen, in Klimakammern. In den Klimakammern waren riesige Glasbehälter, in denen die Pflanzen luftdicht aufbewahrt wurden. An die Klimakammern waren Computer angeschlossen, die das Licht, die Luftzufuhr, die Luftfeuchtigkeit und Temperatur regelten und kontrollierten. Die Luft wurde, bevor sie in die Kammern geleitet wurde, mit speziellen Maschinen gesäubert und an so genannten Quellen mit verschiedenen Stoffen angereichert. So wurden die Pflanzen rundum vollkommen kontrolliert. Mit einem Massenspektrometer wurden die Stoffe, die die Pflanze an die Luft abgab, gemessen und bestimmt. Dann wurde den Pflanzen Stress zugefügt; entweder Trockenstress, Stress durch Abreißen von Blättern oder durch Beschuss mit Ozon. Pflanzen reagieren auf Stress, indem sie bestimmte Stoffe zur Verteidigung und auch zur Warnung von anderen Pflanzen abgeben. Diese Stoffe wollten wir messen. Bei unserer Versuchsreihe wurde noch extra 13CO2 in die Kammern gegeben. So wollten wir sehen, ob die Pflanze die Abwehrstoffe schon auf Lager hat oder erst bildet, wenn sie gestresst wird. Das konnte man daran sehen, ob das 13CO2 aus der Luft in den Stoffen enthalten war oder nicht. So wurden jeden Tag an den Kammern mehrere hundert Versuchsläufe gemessen, die dann am Schluss noch ausgewertet werden mussten, sodass man die Ergebnisse in einem Diagramm darstellen konnte. Meine Aufgaben waren sehr verschieden und abwechslungsreich. Ich half Ricarda, der Chemielaborantin, sich um die Pflanzen in unserem Gewächshaus zu kümmern und die Pflanzen in den Klimakammern jeden Tag auszutauschen. Sie erklärte mir auch, wie die Versuche funktionierten und auch grob die ganzen Maschinen. Dann musste ich die Blattfläche der Pflanzen in den Kammern vor und nach dem Versuch bestimmen und die Quellen kontrollieren. Außerdem half ich die Versuchsreihen auszuwerten. Ich musste die ganzen Versuchsläufe integrieren, dann auswerten, in Excel-Tabellen sortieren und Diagramme zeichnen. Das war sehr viel Arbeit, da jeden Tag mehrere hundert Läufe dazu kamen und ich auf verschiedene Stoffe und Isotope integrieren musste. Ich musste sowieso sehr viel am Computer arbeiten, aber gleichzeitig auch sehr viel praktisch. Ich fand die Mischung aber genau richtig. Das hat mir alles sehr viel Spaß gemacht .Die Atmosphäre in der Gruppe war sehr schön. Alle haben sich geduzt und die Stimmung war einfach total locker und lustig. Die Arbeitszeiten wurden nicht so streng genommen; ich sollte eigentlich morgens um 8 Uhr anfangen, aber mir wurde schon am ersten Tag gesagt, dass ich so früh gar nicht kommen müsste, da alle anderen auch erst so um halb neun kämen. Mittags hatte ich eine Stunde Pause, in der wir meistens alle zusammen zur Kantine gefahren sind. Schluss hatte ich so um 15:45 Uhr, aber ich war meistens sowieso länger da. Wenn ich mal nichts zu tun hatte, saß ich oft unten bei Jürgen und Einhart, die mir Sachen erklärten und mir über ihre Forschung erzählten. Einmal konnte ich mir ein Massenspektrometer von innen anschauen, als Einhart unseres sauber machen musste. Ich konnte immer alles fragen und bekam es dann auch erklärt. Am letzten Tag zeigte mir Ricarda auch noch das große Gewächshaus des ICG III (wir hatten ein kleines eigenes Gewächshaus) und wir durften bei einem Versuch mit einem Rasterelektronenmikroskop zuschauen. Das war unglaublich spannend. Man konnte einen Querschnitt durch einen Bohnenstängel sehen. Alles in allem hat mir mein Praktikum sehr viel Spaß gemacht und ich habe glaube ich auch viel gelernt. Ich habe so einen schönen Einblick in diese Art von Beruf erhalten und kann mir so jetzt ungefähr vorstellen, wie es wäre später mal in solch einem Beruf zu arbeiten. Diese Art von Beruf würde mich schon sehr interessieren, aber ich weiß leider immer noch nicht genau, welchen Beruf ich gerne einmal ausüben möchte. 4. Wie decken sich meine Erfahrungen im Praktikum mit den Erwartungen? Alle meine Erwartungen sind erfüllt worden. Ich habe eine anschauliche Vorstellung davon bekommen, wie man in einem naturwissenschaftlichen Beruf arbeitet. Außerdem wird es mir hoffentlich bei meiner späteren Berufswahl helfen. Es würde mir eindeutig Spaß machen später mal einen naturwissenschaftlichen Beruf zu ergreifen. (leichte Kürzungen am Schluss des Berichts) Praktikum bei KölnSport einem Sport- und Freizeitmagazin 1. Warum Praktikum? Ich denke, das Praktikum in der Oberstufe ist ein elementarer Bestandteil der ganz persönlichen Berufsfindung. Zwei Wochen sind sicherlich zu kurz, um in den Arbeitsrhythmus zu kommen und richtig in die Aufgaben eingebunden zu werden, aber es ist eine gute Gelegenheit, den „Traumberuf“ einmal in der Praxis zu erleben. Aber auch Praktikanten, die nicht in einem Metier hospitieren, in dem sie auch später arbeiten wollen (evtl., weil sie keinen anderen Platz gefunden haben), lernen meiner Meinung nach etwas dazu. Es braucht nämlich auch Mut und Stärke, sich in einem fremdem Betrieb einzubringen und zu behaupten. Mir persönlich ist das nicht immer leicht gefallen und deswegen denke ich, dass man auch diesbezüglich etwas aus der Praktikumszeit gewinnt. Ich habe mich für ein Praktikum als Redakteurin einer Zeitung entschieden, weil mich der Beruf der Journalistin sehr interessiert und ich mir einen Beruf in den Medien, speziell im Zeitungswesen, gut vorstellen kann. Ich musste schnell feststellen, dass es fast unmöglich ist, ein Schülerpraktikum bei einer Zeitung zu absolvieren, da sich zu Anfang niemand bereit erklärte mich für zwei Wochen aufzunehmen mit der Begründung, dass dies nur für Studenten oder für längere Praktika möglich sei. Durch Beziehungen bekam ich dann letztendlich doch die Chance bei KölnSport, einem Sport- und Freizeitmagazin, zu arbeiten. Ursprünglich wollte ich zwar zu einer Tageszeitung (KölnSport erscheint zehnmal im Jahr), aber die verhältnismäßig kleine Redaktion erwies sich im Endeffekt doch als günstiger für mich. 2. Erwartungen Ich habe mir von dem Praktikum Klarheit über mein Berufsziel, aber auch neue Erfahrungen erhofft. Ich wollte den Alltag eines Journalisten erleben und mir von meinen „Kollegen“ das eine oder andere abgucken und dazulernen. Ein Wunsch von mir war es etwas zu schreiben, was dann tatsächlich in der nächsten Ausgabe erscheinen würde. Zugegeben habe ich mir meine Zeit bei KölnSport ein bisschen zu abenteuerlich vorgestellt. In meinen Gedanken sah ich mich mit den Redakteuren täglich von einem anderen sportlichen Event zum anderen fahren und in Bezug auf die Redaktion kamen mir Bilder von gigantischen Großraumbüros in den Sinn, unterlegt mit der typischen Geräuschkulisse, wie ich sie aus Filmszenen in Redaktionen kenne. Tatsächlich sah das Ganze ein wenig anders aus. 3. Praktikumsverlauf Meine Zeit bei KölnSport begann recht ereignislos. Grund dafür war der außerordentlich schlechte Zeitpunkt, da die neue Zeitung am Ende der Woche erscheinen sollte. Der Inhalt war also schon fertig gestellt, es ging nur noch um das Layout und Korrekturen. Die Räume waren kleiner, als ich es erwartet hatte. Es arbeiteten immer zwei bis drei Grafiker und maximal vier Redakteure. Das Arbeitsklima war recht kühl, deshalb war ich am ersten Tag zu schüchtern, um mich bei meinem Chef, der wegen der Fertigstellung sehr gestresst war und mir keine Beschäftigung gab, bemerkbar zu machen. Das hatte zur Folge, dass ich meinen ersten Arbeitstag etwas demotiviert vor dem Computer verbrachte. Die Zeit habe ich dann dazu genutzt, um mich im Internet über Studiengänge zu informieren. Mein Tagesablauf sah so aus, dass ich um 9 Uhr anfing und nicht bis zum Feierabend um 6 Uhr sondern meist bis 4 Uhr arbeitete. Zwischen 12 und 2 Uhr durfte ich eine Stunde Mittagspause einlegen. Meist blieb ich in der Zeit aber in der Redaktion. Am zweiten Tag trug mir mein Chef Herr Mertgens auf, ein Namens- und Stichwortverzeichnis über die Personen und Themen in den Heften, das die letzten zwei Jahre nicht mehr geführt wurde, nachzutragen. Damit war ich den Rest der Woche beschäftigt, zwischendurch schrieb ich kleine Artikel für die nächste Zeitung (meist Pressetexte, die ich auf 20 Zeilen kürzen bzw. umformulieren musste) oder recherchierte im Internet. Auch wenn dadurch nur kleine Aufgaben für mich abfielen, war es spannend die Endphase einer Zeitungsproduktion zu verfolgen. Mit meinen „Kollegen“ und dem Chef kam ich gut aus und ich merkte, dass mir nach meinen ersten Artikeln immer mehr zugetraut wurde. So kam es dann auch, dass ich in der zweiten Woche einen Artikel über Mailand schreiben durfte, für den eine ganze Seite vorgesehen war. Mir wurde lediglich das Thema vorgegeben; für die Recherche und den Aufbau meines Artikels war ich selbst verantwortlich. Die für den Reiseteil verantwortliche Redakteurin gab mir nützliche Tipps und Anregungen. Positiv fand ich, dass ich trotzdem nicht wie eine Schülerin behandelt wurde, sondern durchaus ernst genommen wurde und auch auf mich allein gestellt war. Auf meinen Artikel bekam ich eine sehr positive Resonanz und er ist in der Märzausgabe erschienen. Noch dazu wurde mein Name im Impressum genannt. Das war eine tolle Erfahrung, die mir in einer großen Redaktion höchstwahrscheinlich nicht zuteil gekommen wäre. Gegen Ende der Woche schrieb ich eine Homepage-Kritik über die Seiten von vier Kölner Eventhallen. Den letzten Tag verbrachte ich in der Grafikabteilung und bekam einen Einblick in die Gestaltung der Zeitschrift. 4. Gesichtspunkte für Studien- bzw. Berufswahl Bei meiner Internetsuche bin ich auf einen Studiengang gestoßen, der an der Hochschule der Künste in Berlin angeboten wird und sich „Kulturjournalismus“ nennt. Dieser Studiengang geht sowohl vom Fach, nämlich Journalismus, als auch vom Thema (Kunst, Musik, Kultur) in die Richtung, für die ich mich am meisten interessiere. Allerdings braucht man um dieses vier Semester lange Studium anzutreten, bereits einen Hochschulabschluss oder langjährige Berufserfahrung. Das bedeutet, dass ich erst ein anderes Studium, wie beispielsweise Germanistik, oder ein Volontariat abschließen muss. Eine Alternative zum Studium ist eine Ausbildung an der Journalistenschule. Hier bin ich jedoch oft auf Probleme, wie beispielsweise enorm hohe Kosten oder 1000 Bewerber für nur 16 Plätze, gestoßen. Fest steht für mich, dass ich einen Beruf im Kulturbereich anstreben möchte, ob als Journalistin oder nicht, habe ich noch nicht entschieden. Ich kann es mir gut vorstellen, weil es mir sehr viel Spaß macht, aber ich möchte andere Berufe, mit denen ich bisher noch nicht so sehr in Kontakt getreten bin, die mich aber dennoch interessieren, noch nicht ausschließen. 5. Wie decken sich meine Erfahrungen mit den Erwartungen? Größtenteils haben sich meine Erwartungen erfüllt. Meine Praktikumszeit war eine wertvolle Erfahrung, durch die ich einen Einblick in redaktionelle Arbeit erhalten habe. Die Kritik von professionellen Journalisten, aber auch das positive Feedback in Bezug auf meine Arbeit war sehr wichtig für mich. Störfaktor allein waren die größeren Zeitspannen, in denen ich keine Aufgaben hatte und mich nicht so recht zu beschäftigen wusste. Auch wäre ich gerne zu einer Pressekonferenz oder anderen Außenterminen mitgefahren, aber dafür waren zwei Wochen einfach zu kurz. Toll war dagegen, dass ich tatsächlich einen ganzseitigen Artikel verfassen durfte. Abschließend kann ich also sagen, dass mein Praktikum nicht nur eine spannende Erfahrung war, sondern mich auch in meiner Idee, einen journalistischen Beruf anzustreben, bestärkt hat. |








